|
Sind fondsgebundene Lebensversicherungen sinnvoll?
Eine Fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Kombination aus Fondssparplan und Lebensversicherung. Fondsgebundene Lebensversicherungen haben in der Vergangenheit meist bessere Renditen erreicht als normale Kapitallebensversicherung. Das liegt vor allem daran, dass bei dieser Versicherungsart klare Vermögensverhältnisse herrschen. Während bei der normalen Kapitalversicherung Versicherten- und Unternehmensgelder vom Beitrag bis hin in die Bilanzen nicht getrennt sind, den Gesellschaften also viele Manipulationsmöglichkeiten offen stehen, müssen bei der fondsgebundenen Versicherung die in den Beiträgen enthaltenen Sparanteile als (Fonds-)Sondervermögen verwaltet und bilanziert werden - abgetrennt vom Unternehmenskapital und damit jeglicher Manipulation entzogen. Alle Erträge aus den Fondsanlagen kommen den Kunden zugute und können nicht - wie bei der Kapital-Lebensversicherung - heimlich zum Ausgleich von Kostenüberschreitungen und als Unternehmensgewinne missbraucht werden. Dennoch berechnen die Versicherungen hohe Kosten
Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest drücken die Abschluss- und Verwaltungskosten der fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherungen die Fondsrendite um 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte. Das bedeutet: wenn der Fonds eine Rendite von 10 Prozent erzielt hat, bekommt der Versicherte davon nur 60 bis 80 Prozent. Hätte der Versicherte sein Geld direkt im Fonds anlegt, hätte er – je nach Laufzeit – im Vergleich zur Fondspolice ggf. ein doppeltes oder sogar dreifaches Anlageergebnis.
Einige Anbieter sind allerdings dazu übergegangen, die Provisionen ihrer Vertreter auf mehrere Jahre zu verteilen. Solche Gesellschaften werden sicher auch bereitwillig Beispielrechnungen erstellen über die Rückzahlungen bei vorzeitiger Vertragskündigung. Auch sollten die Beispielrechnungen die Gesamtkosten des Vertrages ausweisen (Kosten der Lebensversicherung und die Fondskosten). Sie sollten sich nicht davon abschrecken lassen, wenn Anbieter behaupten, dies sei nicht machbar oder nicht praxisrelevant. Solche Beispielrechnungen sollte jeder Interessent vor der Unterschrift unter einen Antrag verlangen und durch einen Vergleich auch überprüfen, ob es nicht günstiger ist, sein Geld direkt in den genannten Fonds anzulegen - denn: Je höher die Kosten, desto geringer die Renditechancen. Er wird also in der Regel feststellen, dass die direkte Anlage seines Geldes in Fonds wesentlich rentabler ist, weil dann keine Abschlussprovisionen abgezweigt und auch keine Beiträge für einen Versicherungsschutz gezahlt werden, den man über Kapital bildende und fondsgebundene Versicherungen nicht herstellen sollte
Ein weiterer Nachteil der fondsgebundenen Lebensversicherung sind nämlich – wie bei der Kapitallebensversicherung – die viel zu hohen Beiträge, mit denen man einen sinnvollen Versicherungsschutz überhaupt nicht erreichen und auch in finanziellen Notlagen nicht aufrechterhalten kann.
Wenn Ihnen Ihr Versicherungsvertreter seinerzeit eine Fondsgebundene Lebensversicherung mit dem Hinweis auf die Steuerfreiheit verkauft hat, sollten Sie ihn fragen, wie hoch denn die Steuern bei einer Direktanlage in die gleichen Fonds sind bzw. gewesen wären. Wahrscheinlich werden Sie sehr schnell feststellen, dass gar keine Steuern anfallen.
Quelle: baufi-nord.de & www.1x1versicherungen.de
|