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Sparanlagen bei Banken und Sparkassen

Sparanlagen im klassischen Sinne sind zeitlich unbefristete Anlagen auf speziellen Sparkonten. Wesentliche Merkmale von Sparanlagen sind (gem. § 21 Absatz 4 RechKredV):

  1. sie werden durch Ausfertigung einer Urkunde (z.B. eines Sparbuches) gekennzeichnet
  2. sie sind nicht für den Zahlungsverkehr geeignet
  3. sie werden (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht für Kapitalgesellschaften, Genossenschaften usw. eingerichtet
  4. sie haben eine Kündigungsfrist von mindestens 3 Monaten

Der Begriff “Sparanlage” ist allerdings nicht geschützt. Banken können also auch andere Anlage- formen, beispielsweise ohne 3-monatige Kündigungsfrist, “Sparanlage” nennen.

Sparanlagen hatten früher für Banken eine besondere Bedeutung, weil sie bei den sog. Liquiditätsgrundsätzen für Banken und der Mindestreservehaltung anders behandelt wurden als Guthaben auf Grirokonten (“Sichteinlagen”). Da dies heute nicht mehr der Fall ist, haben Sparanlagen für Banken keine besondere Bedeutung mehr.

Das Sparbuch war früher die Anlageform für die “kleine Reserve” (den Notgroschen). Aufgrund der am Markt befindlichen Alternativen, z.B. Tagesgeldkonten ohne Mindestanlagebetrag, hat das Sparbuch heute allerdings kaum noch eine Bedeutung. Davon ausgenommen sind noch sog. “Mietdepots” auf denen Vermieter die Mietkaution Ihrer Mieter anlegen oder sog. “Mündelgelder”.

Eigentliche keine echte Sparanlage sind Sparbriefe und Sparschuldverschreibungen. Sparbriefe sind Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 1 bis 6 Jahren, die einen festen Zinssatz über die gesamte Anlagedauer garantieren. Diese Sparbriefe werden meist in 2 Varianten angeboten: einem normalverzinstem Sparbrief mit laufender Zinszahlung und in einer abgezinsten Variante, bei der der Anleger den Sparbrief abzgl. Zinsen und Zinseszinsen kauft und bei Fälligkeit dann den Nennwert ausgezahlt bekommt. Welche Form des Sparbriefes geeignet ist, hängt von der persönlichen steuerlichen Situation ab, denn mit einem abgezinsten Sparbrief verlagert man die Zinszahlung(en) auf einen späteren Zeitpunkt.

Eine immer noch, vor allem bei älteren Menschen, beliebte Sparform ist das sog. “Gewinnsparen”: der Anlager spart monatlich einen bestimmten Betrag, von dem dann ein Teil für Gewinnlose verwendet wird. Der Anteil dieser Gewinnlose und die Zinsen werden dann regelmäßig in einer Lotterie ausgelost. Das Gewinnsparen ist eine Erfindung und Domäne der Volks- und Raiffeisenbanken. Das Problem: Gewinnsparen ist die sicherste Form, Geld zu verlieren und daher als echte Sparform völlig   ungeeignet.

Unsere Empfehlung: Klassische Sparanlagen sind aus Sicht der Banken billig eingekauftes Geld. Das bedeutet umgekehrt aus Kundensicht: bloss kein Geld auf Sparkonten rumliegen lassen! Wer für Urlaub, Anschaffungen oder als kleine Reserve Geld ansparen will, kann dies mit einem Tagesgeldkonto wesentlich besser und zu höheren Zinsen.

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