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Wie funktionieren Windkraftfonds?

Die Deutschen sind Weltmeister in Sachen Umweltschutz. Und schon lange stehen auch ökologische Geldanlagen bei Anlegern ganz oben auf der Wunschliste, denn sie verbinden auf ideale Weise das gute Gewissen mit dem Wunsch nach möglichst hoher Rendite.

Wie funktioniert eigentlich ein Windkraftfonds?

Die meisten Windkraftfonds oder neudeutsch “New-Energy-Fonds” sind als Kommanditgesellschaft konzipiert (KG oder GmbH & Co KG). Zweck dieser KG ist, mit Windkraftanlagen Strom zu erzeugen und diesen Strom dann ins allgemeine Stromnetz einzuspeisen. Den so erzeugten Strom müssen die großen Energieversorger zu einem gesetzlich festgelegten Preis (“Einspeisevergütung”) abnehmen. So ist es jedenfalls noch im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Bei Windkraftanlagen beträgt die Einspeisevergütung derzeit 5,5 Cent je Kilowattstunde. Im Vergleich dazu: bei Strom aus Sonnenenergie (Photovoltaik) sind es 45,7 Cent je Kilowattstunde. Noch, denn man munkelt, dass die neue Bundesregierung die Einspeisevergütung bzw. das gesamte Erneuerbare-Energien-Gesetz ändern will.

Ein Geschäft macht der Fonds, wenn die Aufwendung für den Bau, den laufenden Betrieb, die Instandhaltung der Anlagen und die Verwaltung niedriger sind als die Einnahmen aus der Einspeisevergütung.

Reizvoll waren solche Anlagen aber auch aufgrund der hohen Steuervorteile, denn bisher konnte man im ersten Jahr 70%-90% der Anlage als Verlust steuerlich geltend machen.

Windkraftfonds stagnieren

2002 wurden ca. 430 Millionen Euro Anlegergelder für Windkraftfonds eingesammelt , 2003 brach der Markt 2003 um über 20 Prozent ein. Der nächste Einbruch kam im Jahr danach. Auslöser waren die ständigen Diskussionen um den Wegfall der Stromsubventionen und die Kappung der Steuervorteile. Das laufende Hin-und-Her bescherte der Branche einen recht mageren Umsatz, der um fast 25 Prozent auf 260 Millionen Euro zurückging. Aber nicht nur die politischen Rahmenbedingungen waren schlecht. So trug sicher auch die Insolvenz des bekannten Initiators “Umweltkontor” zu den schlechten Ergebnissen bei. Trotzdem liegt der Marktanteil der Windkraftfonds noch immer bei ca. 80% des gesamten “New-Energy-Markt”.

Die 3 wichtigsten Faktoren: 1. der Standort 2. der Standort 3. der Standort

Das Herzstück eines Windparks ist immer und vor allem der Standort. Ist er gut gewählt, drehen sich die Windräder und produzieren Strom. Ist er schlecht, kosten die Anlagen Geld. Aber: die guten Binnenstandorte in Deutschland sind mittlerweile fast alle vergeben, weshalb immer mehr Fonds auf das Ausland ausweichen oder von sog. Offshore-Anlagen im Wattenmeer träumen.

Die  bereits bestehenden Offshore-Anlagen kämpfen allerdings noch mit erheblichen technischen Problemen und eignen sich daher kaum für den klassischen Windkraftfonds.

Abgesehen von der Standortfrage sind die oft zu optimistische Prognose ein weiteres Problem. Es scheint fast so als hätte das Wetter die zahlreichen hochbezahlten Gutachter abstrafen wollen, denn mehrere sehr windschwache Jahre seit 2000 liessen die Ertragsseite deutlich einbrechen. Da in der Kalkulation der Fondsgesellschaften ausserdem oftmals zu geringe Sicherheitsabschläge angesetzt waren (oder ganz fehlten), kam es bei vielen Anlegern zu bösen Überraschungen.

Wartung und Instandhaltungskosten unterschätzt

Auch bei den Instandhaltungskosten verschätzte sich so mancher Initiator. Einen Sicherheitspuffer von 20 Prozent kalkulierten die wenigsten ein. Und mancher Initiator vergass aus Kostengründen gleich ganz, eine Wartungsfirma mit der regelmäßigen Wartung zu beauftragen, um die Ausfallzeiten möglichst gering zu halten. Ob das nun Absicht oder einfach Unerfahrenheit einer jungen Branche war, lassen wir dahingestellt.

Bürgerprotest verhindert neue Anlagen

Bei der Planung neuer Anlagen müssen Initiatoren verstärkt mit dem Protest der Bürger vor Ort rechnen. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Windkrafträder nicht nur den Landschaft verschandeln sondern auch noch recht laut sind.

Leitungskapazitäten reichen nicht aus

Lau Angaben des Bundesverbandes Windernergie sind fehlende Leitungskapazitäten ein zunehmendes Problem für die Betreiber von Windparks. Allein in Schleswig-Holstein fallen 10%-20% der Jahrestromleistung weg, weil die vorhandenen Leitungen diese Kapazitäten einfach nicht aufnehmen können. Bildlich ausgedrückt: jedes 5. Windrad steht still, weil für den produzierten Strom keine Leitung frei ist.

(Stand 15.03.2008)

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